Dem Unterrichtsausfall begegnen

Unterrichtsausfall ist seit Jahren ein Problem an rheinland-pfälzischen Schulen. Die Regierung unter Kurt Beck gibt sich große Mühe, diese Tatsache zu verschleiern und nach Außen hin das Bild einer guten Unterrichtsversorgung abzugeben.

Doch lässt sich Stundenausfall in solch hoher Zahl wie in Rheinland-Pfalz nicht gut unter Verschluss halten.

So lässt sich auf Dauer nicht verbergen, dass in rheinland-pfälzischen Schulen immer noch rund 800.000 Stunden im Jahr ausfallen. Auch wird in vielen Fällen aufgrund von Lehrermangel, die Zahl der Wochenunterrichtsstunden drastisch gekürzt. Doch auch die verschiedenen Versuche seitens der Landesregierung und der Schulen den Unterrichtsausfall zu begrenzen dienen lediglich dem Zweck, die Zahl der ausgefallenen Stunden zu minimieren, mit zweifelhaftem Ergebnis.

So mag man zwar die Statistiken bereinigen können, die Qualität des Unterrichts leidet jedoch weiterhin.

So werden in den Schulen mittlerweile immer seltener ausgefallenen Stunden durch Lehrkräfte vertreten, stattdessen erhalten die Schüler Arbeitsaufträge. Diese dienen jedoch in den meisten Fällen der bloßen Beschäftigung der Schüler und sind für den weiteren Unterrichtsverlauf wenig hilfreich. Hinzu kommt, dass die Ausführung dieser Aufträge nur in sehr wenigen Fällen durch Lehrkräfte kontrolliert wird, was dazu führt, dass die Schüler solche Aufträge weniger sorgfältig bis gar nicht bearbeiten. Hinzu kommt der Mangel an fachgerechten Räumlichkeiten, in denen die Schüler die Arbeitsaufträge erledigen können. So wird es den meisten Schülern schwer fallen, in überfüllten Aufenthaltsräumen konzentriert ihre Arbeiten zu erledigen. Deshalb müssen viele Aufträge als zusätzliche Hausaufgabe erledigt werden und stellen eine zusätzliche Belastung für die Schüler dar.

Ein weiterer Versuch der Landesregierung ist die Einführung der so genannten PES-Kräfte (Projekt Erweiterte Selbstständigkeit). Dies ermöglicht es den Schulen, selbstständig Vertretungskräfte zu engagieren, z.B. Studenten. Es kann hierdurch eine ausreichende Erfahrung der Lehrkräfte für normalen Unterricht nicht vorausgesetzt werden.

Somit muss auch hier die Qualität des Unterrichts bemängelt werden. Es gilt zu differenzieren: Für punktuellen Ausfall sind PES-Kräfte durchaus sinnvoll, nicht akzeptabel ist aber, hiermit strukturellen Ausfall zu verschleiern.

Die Junge Union sieht den Hauptgrund für vermehrten Unterrichtsausfall und die Stundenkürzungen im großen Lehrermangel in Rheinland-Pfalz. So war im letzten Jahr kein einziger Lateinlehramtsanwärter im ganzen Bundesland zu finden. Der Grund für diese Misere ist die Tatsache, dass Rheinland-Pfalz für Lehrer keinen attraktiven Standort darstellt. Gerade viele junge Lehrkräfte lassen sich von besseren Angeboten in die umliegenden Bundesländer ziehen. So bestehen dort beispielsweise bessere Aussichten auf Verbeamtung und somit auf besseres Gehalt.

Die Landesregierung Rheinland-Pfalz steht, in den Augen der Jungen Union in der Pflicht, bessere Verhältnisse für Nachwuchslehrer zu schaffen und somit die Attraktivität des Standortes Rheinland-Pfalz wieder zu erhöhen.

Nur mit mehr gut ausgebildeten und geschulten Fachkräften kann wieder ein hohes Bildungsniveau erreicht und der Unterrichtsausfall effektiv bekämpft werden!